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Back Was Kunden 2026 wirklich suchen: Fiverr- und Malt-Daten, und was jetzt in dein Profil gehört

Was Kunden 2026 wirklich suchen: Fiverr- und Malt-Daten, und was jetzt in dein Profil gehört

Suchen nach Claude Code plus 938 %, Canva plus 403 %, JavaScript-Profile halbiert. Zwei Plattformen, ein Profil-Umbau für dieses Quartal.

Blago Yanakiev
Blago Yanakiev

Sep 01, 2026

KI Wachstumsstrategie Zukunft der Arbeit Studie
Kurz gesagt

Zwei Plattformen haben veröffentlicht, wonach ihre Kunden 2026 gesucht haben, und die Listen stimmen stärker überein, als sie müssten. Auf Fiverr stiegen Suchen nach "Claude Code" zwischen den Jahreshälften um 938 %, nach Canva-Designern um 403 %, nach Excel-Datenbereinigung um 210 %. Auf Malt fiel der Anteil neuer Tech-Freelancer, die mit JavaScript ins Profil starten, binnen eines Jahres von 40 % auf unter 20 %, Briefings für KI-Agenten versechzigfachten sich. Kunden suchen Tools und Ergebnisse, keine Kompetenzen. Dein Profil sollte Tool, Ergebnis und deine Entscheidungen nennen. Beides sind Zahlen der Plattformen selbst, und Fiverr zählt Suchen, keine Aufträge.

Umfragen sagen dir, welche Skills die Leute für wichtig halten. Suchprotokolle sagen dir, was Einkäufer tatsächlich in ein Feld getippt haben, mit Budget dahinter. Im August 2026 hat Fiverr die zweite Sorte veröffentlicht, und Malts Tech-Trends-Report vom Frühjahr deckt dasselbe Feld für europäische Tech-Freelancer ab. Zusammen gelesen kommen sie einer Einkaufsliste so nah wie nichts anderes, und sie zeigen auf einen sehr konkreten Profil-Umbau.

Was Einkäufer bei Fiverr eingetippt haben

Fiverrs Business Trends Index, Ausgabe Juni 2026, vergleicht die globale Suchnachfrage auf der Plattform in zwei Halbjahresfenstern: Mai bis Oktober 2025 gegen November 2025 bis April 2026. Zwei Einschränkungen vor den Zahlen. Es sind Fiverrs eigene Daten über Fiverrs eigenen Marktplatz, veröffentlicht von Fiverr. Und gemessen werden Suchen, keine abgeschlossenen Aufträge. Ein Sprung um 900 % in einer kleinen Kategorie ist immer noch eine kleine Kategorie.

Trotzdem: Die Gewinner bilden Cluster.

Konkrete KI-Tools. "Claude Code" +938 %. n8n-KI-Automatisierung +125 %. Base44 +95 %. Vibe Coding +61 %. Einkäufer suchen nicht nach "KI-Entwicklung". Sie suchen das Tool, über das sie schon gelesen haben, und jemanden, der es bedient.

Konkrete Design-Tools. Canva-Designer +403 %, Shopify Graphics & Design +348 %, Shopify-Webentwicklung +330 %, Instagram-Grafiken +149 %, Logodesign +76 %. Auch hier steht die Plattform oder das Template in der Suchanfrage.

Video. Video & Animation insgesamt +278 %, KI-UGC-Videoanzeigen +265 %, YouTube-Automation für Faceless-Kanäle +239 %.

Die unglamouröse Mitte. Excel-Datenbereinigung +210 %. PDF zu Excel +153 %. Formatierung +71 %. Übersetzung +55 %. Genau die Aufgaben, die KI angeblich verschwinden lassen sollte, und die Nachfrage nach einem Menschen dafür ist gestiegen. Die plausible Lesart: Die Tools haben die Arbeit billiger und schneller gemacht, Einkäufer, die sich früher nicht darum gekümmert haben, kümmern sich jetzt, und sie wollen trotzdem eine Person, die fürs Ergebnis geradesteht.

Die flachen Kategorien. Daten gesamt +3 %, Dateneingabe +10 %, generische "Shopify-Experten" +8 %. Was die gemeinsam haben: Es sind die breiten, kompetenzförmigen Etiketten. "Daten" ist flach. "Excel-Datenbereinigung" hat sich verdreifacht.

Was Malts Tech-Freelancer nicht mehr schreiben

Malts Tech Trends 2026, erschienen im Frühjahr 2026 und gebaut auf Daten von 2025 aus einer Community von mehr als 250.000 Tech- und Data-Freelancern in neun Ländern, schaut auch auf die Angebotsseite. Der meistzitierte Satz: Rund 40 % der neuen Tech-Freelancer haben 2024 beim Anlegen ihres Profils JavaScript hervorgehoben. 2025 fiel dieser Wert unter 20 %. Über JavaScript, Python und Java hinweg sank der Anteil der Profile, die mit diesen Sprachen führen, in einem einzigen Jahr um 20 bis 30 %.

Das heißt nicht, dass JavaScript aus den Projekten verschwindet. Malts eigene Nachfragekurve für etablierte Sprachen wird als hoch, aber stagnierend beschrieben. Es heißt, dass Freelancer entschieden haben, eine Sprache nicht mehr an die erste Stelle zu setzen. Womit sie stattdessen führen: Briefings für KI-Agenten haben sich versechzigfacht, die Suchen danach sind auf das 26-Fache gestiegen, die n8n-Projektnachfrage hat sich vervierzehnfacht, die Unternehmensnachfrage nach Azure OpenAI stieg um 500 %, und der Pool KI-spezialisierter Freelancer wuchs um mehr als 30 %. Die am schnellsten wachsende Jobkategorie ist gar kein Skill. Es ist eine Rolle: Interim- und Fractional-Tech-Leadership, plus 23 %.

Gleicher Vorbehalt wie oben. Das ist Malts Werbeforschung über Malts Marktplatz, und der Report trägt kein Datum außer "2026". Aber die Richtung deckt sich mit Fiverr, aus einem ganz anderen Markt und einer ganz anderen Preisklasse.

Drei Muster, ein Umbau

Kunden suchen erst Tools, dann Ergebnisse, zuletzt Kompetenzen. "Claude-Code-Spezialist" schlägt "KI-Entwickler". "Canva-Designer für Instagram" schlägt "Grafikdesigner". Der Einkäufer hat die erste Recherche-Runde selbst gemacht und kommt mit einem Substantiv. Steht dieses Substantiv nicht in deinem Profil, findet das Match nie statt.

Die KI-Ausführungsmitte ist voll und wird billiger. Dorothea Winter, Philosophin an der Humanistischen Hochschule Berlin mit Forschungsschwerpunkt KI und Kreativität, hat das Risiko bei Freelance Unlocked in einen Satz gepackt:

"Meine These ist, dass KI das kreative Mittelfeld homogenisiert. Wenn alle im Mittelfeld KI nutzen, entstehen ähnlichere Outputs, und das, was einen Bereich ausmacht, die Differenzierungskraft, geht verloren. Das halte ich für eine wirklich große Gefahr." (Dorothea Winter)

Sie zitierte eine Studie, in der KI die Texte schwächerer Schreibender besser, aber untereinander ähnlicher machte und bei den stärksten Schreibenden keinen Unterschied bewirkte. Übersetzt auf einen Marktplatz: Wenn dein Angebot lautet "Ich kann das mit KI herstellen", konkurrierst du mit allen, die es ebenfalls mit KI herstellen können, und die Suchdaten zeigen, wie viele das sind. Ihr Test für die eigenen Arbeitsgewohnheiten lohnt sich zum Klauen:

"Wo verbessert mich das KI-System, wo ist es mein Sparringspartner, und was muss ich selbst machen, obwohl es in dem Moment nervig, zeitaufreibend und ineffizienter ist, damit ich langfristig mein Leistungsniveau behalte." (Dorothea Winter)

Victoria Ringleb, Geschäftsführerin der Allianz deutscher Designer, machte daraus einen Terminplan: zwei- bis dreimal die Woche prüfen, ob das, was man gerade getan hat, Faulheit oder Enhancement war, und KI als Werkzeug im eigenen kreativen Prozess behandeln, nicht als die Instanz, die die Arbeit macht.

Was wächst, ist Orchestrierung und Verantwortung. Julien Look, Gründer und CTO von Look Beyond, widmete seine Session der Frage, wie sich Rollen in Organisationen verschieben, die KI ernsthaft einsetzen. Seine Beobachtung aus den Teams, in denen er arbeitet:

"Wir sehen heute nicht mehr nur Entwickler programmieren. Diese Barriere existiert einfach nicht mehr." (Julien Look)

Produktmanager liefern Features, Designer liefern klickbare Oberflächen, QA schreibt Code. Und die Entwickler?

"Genau da positionieren sich Softwareentwickler heute. Sie treiben im Grunde die technische Vision." (Julien Look)

Teams schrumpfen dadurch. In seinen Worten braucht man kein Zehn-Personen-Team mehr, um ein SaaS-Produkt zu bauen; drei können reichen. Das ist dasselbe Signal wie Malts am schnellsten wachsende Kategorie. Wenn Ausführung billig wird, wird die Person knapp, die entscheidet, was gebaut wird, prüft, was dabei herauskam, und das Ergebnis verantwortet. Juliens zweiter Punkt: Die Transformation endet nicht nach einem Projekt, deshalb rät er Beratern, die KI-Arbeit anbieten, auf Verträge zu zielen, die in Jahren gemessen werden, nicht auf einen 90-Tage-Piloten.

"Ich glaube, in Zukunft wird für Leute in unserer Position nur mehr Arbeit entstehen." (Julien Look)

Was dieses Quartal in dein 9am-Profil gehört

Unternehmen suchen auf 9am so wie Fiverrs Einkäufer: nach den Substantiven, die sie schon im Kopf haben. Dein Skills-Bereich ist die Stelle, an der das Match gelingt oder scheitert. Vier Änderungen.

  1. Nenn die Tools, nicht die Kategorie. "Claude Code, n8n, Make" schlägt "KI-Automatisierung". "Canva, Figma, Shopify" schlägt "Grafikdesign". Liste die, mit denen du dieses Jahr wirklich Kundenarbeit machst, nicht die, die du 2021 gelernt hast. Die flachen Fiverr-Kategorien sind die Kompetenz-Etiketten; die verdreifachten sind Toolnamen.
  2. Häng an jedes Tool ein Ergebnis. "n8n: wöchentliche Reporting-Routine von vier Personen durch eine automatisierte Pipeline ersetzt, 6 Stunden pro Woche gespart." Das Tool sorgt dafür, dass du gefunden wirst. Das Ergebnis dafür, dass du auf die Shortlist kommst.
  3. Sag, welche Entscheidungen du triffst. Wenn deine Arbeit einschließt, die Architektur zu wählen, KI-Output zu prüfen oder zu entscheiden, was nicht gebaut wird, schreib es hin. Das ist die Orchestrierungsebene, die Julien beschreibt, und das Fractional Leadership, das Malt misst, und fast niemand schreibt es in eine Skill-Liste.
  4. Behalt eine Zeile, die KI nicht homogenisieren kann. Eine Branche, die du von innen kennst, ein Sprachenpaar, ein regulatorisches Feld, zehn Jahre mit einer Sorte Kunde. Dorotheas Punkt in Profilform: Der Unterschied liegt in dem Teil deiner Arbeit, der nicht ähnlicher wird, wenn alle dieselben Tools haben.

Wenn dein Tech-Profil mit "JavaScript, React, Node" beginnt, beschreibst du dich so, wie 80 % der neuen Malt-Registrierungen es nicht mehr tun. Die Sprachen gehören ins Profil. In die erste Zeile gehören sie nicht mehr. Unser Artikel zu den gefragten Skills 2026 hat die Umfrageseite derselben Geschichte, und KI-Bonus oder KI-Rabatt die Preisseite: Die komplexe, urteilslastige KI-Arbeit ist die Spur, die mehr zahlt.

Was du am Montag tust

  1. Öffne deinen 9am-Skills-Bereich und zähl die Substantive. Genannte Tools und Plattformen: wie viele? Kategorien und Adjektive: wie viele? Dreh das Verhältnis Richtung Tools.
  2. Schreib drei Tool-plus-Ergebnis-Zeilen aus Projekten der letzten zwölf Monate. Mit Zahlen, wo du sie hast.
  3. Ergänz eine Entscheidung, die du verantwortest, in Headline oder erstem Absatz: was du in einem Projekt prüfst, wählst oder ablehnst.
  4. Mach Dorotheas Check über die letzte Woche. Welche Aufgaben hat KI verbessert, welche hast du aus Bequemlichkeit abgegeben? In der zweiten Liste erodiert dein Unterscheidungsmerkmal.
  5. Nimm einen 2021er-Skill aus der ersten Zeile und schieb ihn nach unten. Platz ganz oben ist das Knappste auf der Seite.

Die Daten sagen: Kunden kommen mit einem Toolnamen und gehen mit der Person, die das Ergebnis verantwortet hat. Ein kostenloses Profil auf 9am mit einem so gebauten Skills-Bereich ist der Weg, auf dem Unternehmen in der ganzen DACH-Region genau diese Person finden.

Zitate von Julien Look aus dem Englischen übersetzt.

Freelance Unlocked wird von 9am gemeinsam mit Uplink und freelancermap organisiert. Dieser Artikel greift die Sessions von Victoria Ringleb und Dorothea Winter sowie von Julien Look bei Freelance Unlocked 2026 auf. Die ganzen Vorträge findest du oben im Video: freelanceunlocked.com.

Blago Yanakiev

Co-founder & CPO

Blago ist Produktmensch und SaaS-Gründer. Bei 9am verantwortet er das Produkt, bei der Freelance-Unlocked-Konferenz Events und Growth.

9am profileLinkedIn

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