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Million-Dollar, One-Person Business: Elaine Pofeldt über solo wachsen, ohne auszubrennen

Elaine Pofeldt hat Solo-Businesses jenseits der Million erforscht. Ihr Geheimnis: eine wichtige Sache pro Arbeitstag, keine Hektik.

Yurii Lazaruk
Yurii Lazaruk

Feb 25, 2025

Wachstumsstrategie Finanzen Inspiration

Tief in den Nonemployer Statistics des U.S. Census Bureau, den Daten über Firmen ohne einen einzigen Angestellten, fand Elaine Pofeldt etwas, das die Wirtschaftspresse übersehen hatte: Quer durch fast alle Branchen knackten Ein-Personen-Unternehmen die Umsatzmarke von einer Million Dollar. Ein Handbuch dafür gab es nicht. Also schrieb sie es.

Elaine Pofeldt ist unabhängige Journalistin, Ghostwriterin und ehemalige Senior Editor bei Fortune Small Business, seit 2007 Freelancerin, nebenbei Mutter von vier Kindern. Aus ihren Fallstudien, zuerst gesammelt in ihrer Forbes-Kolumne, wurden The Million-Dollar, One-Person Business (Random House, 2018) und der Nachfolger Tiny Business, Big Money (2022). Für den zweiten Band wühlte sie sich mit ihren Töchtern durch sieben Datenpakete der US-Regierung, um die Branchen zu finden, in denen winzige Teams am meisten verdienen. Platz zwei bei Firmen unter fünf Angestellten, falls du dich das gerade fragst: Buttereien. Platz eins waren Flusskasinos, von denen sie ausdrücklich abrät.

Elaine war bei Yurii in beiden 9am-Podcasts zu Gast, Folge 83. Bei Freelance Thrive erklärte sie, was Freelancer mit siebenstelligen Umsätzen anders machen. Bei Freelance Sucks sprach sie über die harte Seite: Unsicherheit, Kunden, die plötzlich verstummen, und die Geldangst, die Freelancer in schlechte Entscheidungen treibt.

Jeden Arbeitstag eine Sache, die zählt

Frag Elaine, was erfolgreiche Solopreneure von denen unterscheidet, die stecken bleiben, und ihre erste Antwort hat nichts mit Talent oder Nischen zu tun. Es ist Konsistenz. Viele nennen sich Solopreneur, sagt sie, geben aber nur ein halbes Herz und tauchen nicht jeden Tag für ihr Business auf.

Zitate aus dem Englischen übersetzt.

"Du musst nicht zehn Stunden am Tag schuften. Aber du musst jeden Arbeitstag eine Sache tun, die dich wirklich weiterbringt. Das klingt simpel, und es ist simpel. Aber es ist nicht leicht." (Elaine Pofeldt)

Der zweite Unterschied: ein dickes Fell. Wer die Million erreicht, bringt ständig Dinge in die Welt, ein Angebot, einen Kurs, eine Artikelidee, und lässt hundert Absagen abprallen. "Die Absage einer Person ist genau das: die Absage einer Person. Sie ist nicht das letzte Urteil über deine Ideen." Wer es schafft, hakt ein Nein als einen Namen von hundert auf der Liste ab, teilt sich die emotionale Energie ein und sieht sich als Unternehmerin auf Lebenszeit. Ein schlechter Tag ist dann ein Ausrutscher, kein Urteil.

Und woher weißt du, ob deine Konsistenz in die richtige Richtung zeigt? Lernen von Gleichgesinnten, das Rückgrat beider Bücher. Such dir fünf Leute mit ähnlichem Leben und ähnlichen Zwängen, die dir ein Stück voraus sind. Schau nach, welche Projekte sie wirklich machen, und frag dich, ob du dieselbe Art Arbeit verkaufst oder an einer Kategorie festhältst, aus der sie längst herausgewachsen sind. Vielleicht schreibst du Artikel, während die vor dir auf Whitepaper umgestiegen sind. Dann lern das neue Handwerk, meistens von freundlicher Konkurrenz. "Beim nächsten Mal rufen sie dich an."

Dein Sparkonto ist deine Verhandlungsposition

Die Brücke zwischen beiden Folgen ist ein einziger Gedanke: Geld kauft dir die Möglichkeit, dich wie ein Profi zu verhalten.

"Die Basis eines erfolgreichen Freelance-Business sind deine persönlichen Finanzen. Du brauchst die Freiheit, gehen zu können." (Elaine Pofeldt)

Ihre Formel ist konkret. Leb etwa 20 Prozent unter deinen Verhältnissen. Halte genug Rücklagen, um ein paar Monate zu überstehen, wenn ein Großkunde wegbricht. Verteil dein Einkommen auf mehrere Kunden, damit kein einzelner Name dein Konto kontrolliert, und pfleg deine Pipeline auch dann, wenn du ausgebucht bist. Ohne dieses Polster vergiftet Angst jedes schwierige Gespräch. "Wenn du im Mangel steckst und deine Familie nichts zu essen hat, weil du einem Kunden Nein gesagt hast, dann sagst du Ja. Und damit schadest du deinem eigenen Ruf, weil du Ja gesagt hast zu etwas, das du nicht kannst oder auf dem dein Name nicht stehen soll."

Wer noch nicht so weit ist, bekommt von ihr eine 30-Tage-Kur verschrieben: jeden Tag Umsatz und Sparen priorisieren, bis mindestens eine Monatsmiete plus Essensgeld auf dem Konto liegt. Und sie verlangt von Freelancern das, wogegen Kreative sich am meisten sträuben: Interesse an den eigenen Zahlen. Führ ordentliche Bücher, wisse, wo du stehst, "sei der CFO deines eigenen Lebens. Fünf Minuten am Tag reichen, und du gehst in einer ganz anderen Verfassung in Kundengespräche." Ihre eigene Buchhaltung hat sie für ein paar Hundert Dollar im Monat ausgelagert, nachdem sie akzeptiert hatte, dass sie doppelte Buchführung nie lieben wird. Die Alternative war, sich an strahlenden Frühlingstagen durch QuickBooks zu quälen.

Der Rat reist gut. Im deutschsprachigen Markt nannten im Freelancer-Kompass 2024 58 Prozent der Freelancer die Projektakquise als größtes Problem, exakt der Wechsel aus Flaute und Überlastung, den Elaines Polster abfedern soll.

Schwimm auf das Licht zu

Die Freelance-Sucks-Hälfte des Gesprächs beginnt mit der Herausforderung, die Elaine für universell hält: Unsicherheit. Die Welt ändert sich schnell, also ändern sich auch die Firmen, die uns beauftragen, und dem musst du an schlechten Tagen genauso begegnen wie an guten. Ihre Stabilisatoren: finanzielle Reserven, eine Weile bescheidener leben als die Freunde im Konzern, und ein Unterstützungsnetz, ob das Freelancer-Freundinnen sind, die du bei einer seltsamen Kundensituation anrufst, oder Podcasts, die dich bei Laune halten. "Allein schaffst du es nicht, sonst geht dir irgendwann die Luft aus."

Dann sind da die Kunden, die mitten im Projekt verstummen. Du arbeitest vor dich hin, die Kommunikation reißt ab, und du weißt nicht, ob sie pleitegehen oder nur beschäftigt sind. Elaines Antwort ist trainierte Intuition: Muster erkennen. Achte auf frühe Signale, die Firma in der Übernahme, den seltsam veränderten Ton, und sprich Dinge direkt und diplomatisch an, bevor sie gären. Früher rief sie eine Freelancer-Freundin an, um ihren Eindruck von einem Kunden gegenzuprüfen. Manchmal war es nur ihre Tagesform. Oft nicht, und sie lernte, ihrem Bauchgefühl zu vertrauen. Denn du willst nicht weiter Arbeit in ein Projekt kippen, dessen Kunde still und leise zahlungsunfähig geworden ist.

Manche Kunden sind nicht instabil, sondern einfach ungesund: sprunghaft, mal oben, mal unten, unhöflich. Mit denen arbeitet Elaine nicht mehr. Sie feuert niemanden, sie pitcht sie schlicht nie wieder an und setzt doppelt auf die Menschen, die zu ihr passen.

"Mein Motto im Business ist: Schwimm auf das Licht zu. Schwimme ich auf Menschen zu, die Licht in mein Leben bringen, auf Projekte, die Licht bringen? Es gibt viel Dunkelheit in der Welt, aber ich muss mein Business nicht darauf bauen." (Elaine Pofeldt)

Wunschkunden anziehen ist die halbe Arbeit, sagt sie. Die andere Hälfte ist, den falschen Kunden Nein sagen zu können. Womit wir wieder beim Sparkonto wären.

Raus aus dem Stundensatz, Schritt für Schritt

Yurii stellte die Frage, vor der jeder Dienstleistungs-Freelancer irgendwann steht: Wie kommst du vom Tausch Stunden gegen Geld zu skalierbarem Einkommen? Elaine verkauft das nicht als Trick über Nacht. "Viele da draußen sagen: Tausch keine Zeit gegen Geld. Aber wenn deine Branche auf Stundensätzen läuft, kommst du da nicht einfach raus."

Ihre Reihenfolge beginnt unmodern: Mach die Arbeit und werde richtig gut, denn "du hast keine Verhandlungsmacht, solange du noch auf Kosten deiner Kunden lernst". Ihre eigene Lehrzeit waren sieben Jahre Zeitungsjobs, drei Artikel am Tag, Klopfen an Türen nach Tragödien und Interviewen mit Einfühlung unter Deadline-Druck. Dieses lange aufgebaute Können ist der Grund, warum sie heute gut verlangen kann.

Dann: Autorität aufbauen und zeigen. Teil dein Wissen öffentlich, so wie Yuriis Buchempfehlungen ihr überhaupt erst aufgefallen sind; eine klug kuratierte Liste sagte ihr, dass er etwas weiß, bevor sie je gesprochen hatten. Sobald Kunden für dein Urteil kommen statt für die reine Ausführung, wechsle zu wertbasierten Preisen: ein Festpreis, etwa 3.000 Dollar für ein Whitepaper, bei dem der Kunde nicht nur das Dokument bekommt, sondern auch deinen Rat zu Quellen, Daten und dem, was frühere Papiere erfolgreich gemacht hat.

Der letzte Multiplikator ist Effizienz. Elaine nutzt ChatGPT und Gemini, um wochenweise Interviewnotizen zu ordnen und zusammenzufassen, und Fathom, um Kundengespräche festzuhalten, 50 Calls mit einem einzigen Buchkunden, alle durchsuchbar. Das Whitepaper, das eine Woche brauchte, braucht vielleicht noch einen Tag, zum selben Festpreis, und die gesparten Stunden fließen in die kreative Arbeit, für die der Kunde wirklich zahlt. Solche Werkzeuge sammelt übrigens die Freelancer Toolbox, falls du dir einen ähnlichen Werkzeugkasten bauen willst. Den Rest delegiert sie: Buchhaltung, Recherche, eine Agentin für Buchverhandlungen, die Kinder für Website, Social Media und Tabellen. Ihre Bücher verdichten das zu vier Fragen, die du jeder wiederkehrenden Aufgabe stellen solltest: Was kann ich streichen? Was kann ich auslagern? Was kann warten? Wozu kann ich Nein sagen?

Bei null? Ihr Plan für die Startbahn

Für Einsteiger hat Elaine in der Sucks-Folge einen Startplan in drei Teilen. Erstens: Gib dir Startbahn. In den ersten drei bis sechs Monaten kommt womöglich kein einziger Auftrag, und ein LinkedIn-Post reicht nicht, "vielleicht brauchst du 50, bevor überhaupt jemand weiß, dass du freiberuflich arbeitest". Zweitens: Hol dir schnelle Erfolge, auch unperfekte, denn fließendes Geld bringt Energie ins Business. Und ehrenamtliche Arbeit für einen Betrieb in deiner Nähe schlägt jede leere Antwort, wenn ein Interessent fragt, woran du zuletzt gearbeitet hast. Gefragt ist, was du getan hast, nicht, was du dafür bekommen hast. Drittens: Raus aus dem Haus, physisch oder per Zoom. Zeig dein Gesicht auf Events, stell eine Frage, schreib danach dem Host auf LinkedIn.

Ihr einziges Bedauern, wenn sie auf ihren eigenen Start 2007 zurückblickt, als sie zwischen zwei Aufträgen den Preis pro Windel verglich: Sie hätte vorher mehr gespart. "Egal wie kreativ und unfinanziell du bist, die finanzielle Seite musst du beherrschen. Es ist ein Business. Sonst bekommst du all die anderen Dinge nicht, die du willst."

Was du daraus mitnimmst

  • Tu jeden Arbeitstag eine Sache, die dein Business weiterbringt. Konsistenz schlägt Intensität.
  • Rechne Absagen klein: Ein Nein ist ein Name von hundert auf der Liste.
  • Leb rund 20 Prozent unter deinen Verhältnissen und leg ein paar Monatsausgaben zurück. Dieses Polster ist deine Freiheit zum Neinsagen.
  • Sei fünf Minuten am Tag CFO deines eigenen Lebens. Lager die Buchhaltung aus, wenn du sie hasst.
  • Erkenne Warnsignale bei Kunden früh, und pitch die, die dich auslaugen, einfach nie wieder an. Schwimm auf das Licht zu.
  • Erst Handwerk meistern, dann Urteilskraft zum Festpreis verkaufen statt Stunden.
  • Such dir fünf Leute, die dir voraus sind, und schau, was sie wirklich verkaufen.

Elaine hat ein Business aufgebaut, das vier Kinder ernährt und zwei Bücher hervorgebracht hat, mit Arbeitstagen, die um 5 Uhr früh begannen, während die Kinder schliefen. Die Mechanik lässt sich kopieren. Wenn du deine eigene Version im DACH-Markt baust: Leg dir ein kostenloses Profil bei 9am an und werde sichtbar für Unternehmen, die Freelancer direkt buchen. Und hör dir beide Folgen oben an, ihre Geschichten stecken voller Details, die keine Zusammenfassung transportiert.

Dieser Artikel basiert auf Elaine Pofeldts Gesprächen mit Yurii in den 9am-Podcasts Freelance Sucks und Freelance Thrive. Beide Folgen sind oben eingebettet.

Yurii Lazaruk

Community Builder & Podcast-Host

Yurii hat die 9am-Community aufgebaut und die Podcasts Freelance Thrive und Freelance Sucks moderiert, mit hunderten Gesprächen darüber, wie sich Freelancing wirklich anfühlt.

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